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Das Orchester

Der Musikverein vor dem damaligen Probelokal "Haus Sieben Linden" (Grabenstraße), etwa 1930
Der Musikverein vor dem "Haus Sieben Linden" anläßlich des 185jährigen Vereinsjubiläums (2013)

Das Hauptorchester des Musikvereins probt regelmäßig freitags von 20 bis 22 Uhr in der Aula im Schulzentrum Kalkar (Bürgerbegegnungsstätte).

Unsere Besetzung

Flöte: Gertrud Aymans (auch Piccolo), Sanne Baars, Klara Hebing

Oboe: Thordis Neger

Fagott: Christina Niehoff

Klarinette: Lara Aaldering, Tobias Braam, Katinka Breidenbach, Klara Brüker, Andreas Fischbach, Theresa Görtzen, Jakob Hülsbrink, Rainer Hülsbrink (auch Es-Klarinette), Alexandra Lindlar, Miriam Nass, Kristin Rheinen, Karin van den Bogard, Katrin van Weegen

Altsaxophon: Stephan Berendonk, Lea Hülsbrink, Mathias Sander, Marie-Christin Olschak

Tenorsaxophon: Petra Ehmig, Alexandra Schacky

Baritonsaxophon: Stefan Bongers

Horn: Stefan Angenendt, Stephan Weber, Nils Michel

Trompete: Siegfried Bröcker, Michael Görtzen, Herbert Kammans, Melanie Rösen, Markus Rheinen, Jan van Weegen

Flügelhorn: Andrea Hülsbrink, Annekatrin Niehoff, Hubert Rheinen

Posaune: Christiane Boenke, Fabian Hülsbrink, Karl-Heinz Loock

Tenorhorn: Wolfgang Kaltenborn

Bariton: Frank Hülsbrink

Tuba: Christian Berendonk, Christian Kamps, Mathias Schwers

Schlagzeug:
Leonie Hülsbrink (Mallets), Christian Huypen (Drumset, Persussion), Georg Neinhuis (Mallets), Anna van Laak (Drumset, Percussion), Gerrit van den Bogard (Drumset, Percussion), Johann Wilmsen (Pauken)

Rund 40 Amateurmusiker aller Altersgruppen haben als Mitglieder unseres Orchesters die Musik zu ihrem Hobby gemacht. Dabei ist unser Blasorchester kein bunt zusammengewürfelter Haufen von Musikern und Instrumenten. Um Musik zum Klingen zu bringen, braucht man viele verschiedene Instrumente. Das Verhältnis der Instrumente zueinander muss stimmen. Im Idealfall stellt sich dann eine ausgewogener und farbenreicher Orchesterklang ein. 
In diesem empfindlichen Gleichgewicht ist jeder einzelne Spieler wichtig und trägt seinen Teil zum Gelingen einer Aufführung bei. Der Erfolg hängt also nicht von "den anderen", sondern von jedem einzelnen ab! Musizieren im Verein und im Orchester gewinnt damit eine besondere pädagogische Bedeutung: Als verantwortungsbewusstes Handeln in einer Gemeinschaft. Belohnt wird der Hobbymusiker dafür mit einem unvergleichlichen Gemeinschaftserlebnis, das Brücken baut hinweg über Alter, Geschlecht, Bildung und Sozialstatus.
Dabei kommt dem musikalischen Repertoire eine ganz besondere Bedeutung zu. Bei Ständchen, Volksfesten und kirchlichen Auftritten geht unser Orchester bezüglich der Programmgestaltung sehr stark auf die Erwartungen des Publikums ein. Märsche, Polkas und Walzer werden hier immer wieder gerne gehört, von vielen Musikern, insbesondere jugendlichen, jedoch nicht immer gerne gespielt. Dem tragen wir Rechnung, indem wir nicht nur musikalische Traditionen pflegen, sondern unsere Aufgabe auch darin sehen, insbesondere im Rahmen unserer Herbst- und Weihnachtskonzerte zeitgenössischer und anspruchsvoller Blasmusik den Weg zu ebnen.
Unser jährliches Herbstkonzert gehört aus diesem Grunde seit 1985 zu den regelmäßig wiederkehrenden Höhepunkten unseres Vereinslebens. Wir sind stolz darauf, hier in Kalkar bedeutende Werke namhafter Komponisten aufgeführt zu haben. Damit verbunden war eine deutliche Steigerung der musikalischen Leistung des Orchesters, das heute auf Oberstufen-Niveau spielt.  Dies ist für uns von vitalem Interesse, denn wer möchte schon gerne in einem schlechten Orchester mitspielen?

Entwicklung des Blasorchesters

Welche Umstände zur Gründung des Musik Vereins von Calcar im Jahre 1828 führten, ist heute in Vergessenheit geraten. Bekannt ist, dass als Folge der Französischen Revolution und der damit verbundenen Stärkung der Bürgerrechte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Welle von Vereinsgründungen einsetzte. Darunter waren auch zahlreiche Musikvereine, z.B. auch der benachbarte Musikverein Uedem von 1829. Die Besetzung des Musik Vereins von Calcar zu jener Zeit, d.h. aus welchen Instrumenten die Kapelle bestand, ist nicht überliefert. Als einziges Instrument aus dieser Zeit ist der Schellenbaum des Musikvereins erhalten geblieben. Weitere Informationen hierzu findet man in unserer Chronik. Man kann vermuten, dass sich die Entwicklung unseres Orchesters an die allgemeine Entwicklung des Blasorchesters anlehnte. Dessen Wurzeln waren unter anderem die seit dem Mittelalter bekannten Stadtpfeifer (u.a. Querflöten, Trommeln, Naturtrompeten, Posaunen und Pauken) und die zur Zeit der Klassik ab etwa 1750 entstandene Harmoniemusik (bestehend aus je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten). Ein weiteres Vorbild wird auch die Militärmusik gewesen sein. Beispiele hierfür sind Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" von 1748, deren Uraufführung nur mit sogenannten Militärinstrumenten (d.h. Oboen, Fagotte, Trompeten, Hörner und Pauken), also ohne Streicher, stattgefunden haben soll, oder Ludwig van Beethovens "Militair-Marsch" von 1816, dessen Besetzung aus Flöten, Oboen, Fagotten, Klarinetten, Hörnern, Trompeten, Posaunen und einem Serpent bestand. Ergänzt um die "türkischen" Schlaginstrumente große Trommel und Becken, nannte man diese Besetzung auch "Janitscharenmusik", für die z.B. Louis Spohr sein "Notturno op. 34 in C" (1815) schrieb. Zu dieser Zeit kamen als Ersatz für den Serpent die Klappenhörner (Ophikleide) in die Orchester, die jedoch letztendlich klanglich auch nicht befriedigen konnten. Zudem gab es keine festgelegte Besetzung, d.h. die Orchester unterschieden sich hinsichtlich Art und Anzahl der eingesetzten Instrumente. In Verbindung mit den technischen Unzulänglichkeiten der damaligen Blechblasinstrumente führte dies oft zu musikalisch unbefriedigenden Ergebnissen. Hier unternahm Wilhem Wieprecht um 1830 wichtige Reformen für die preußische Militärmusik, wozu u.a. die Entwicklung der Basstuba (1835 patentiert) als "Ersatz" der Ophikleide gehörte. Nach Erfindung der Ventile fanden die Blechblasinstrumente ab Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkt Verwendung (u.a. Trompete, Kornett, Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton und Basstuba), was insbesondere im Bereich der Amateurmusik und der Musikvereine oft zu einer Reduzierung der Holzblasinstrumente führte. Ausgehend von der österreichischen Militärmusik verbreitete sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts das Flügelhorn als zweites hohes Blechblasinstrument neben der Trompete auch in den deutschen Blasorchestern und ersetzte dort vollständig die aus der preußischen Militärmusik stammenden Kornetts. Die schon 1840 von Adolphe Sax erfundenen und 1848 in Frankreich patentierten Saxophone (Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon) fanden schnell Eingang in die Militärorchester, jedoch blieb Deutschland von dieser Entwicklung zunächst ausgeklammert. Wichtige Impulse setzte hier Hans Felix Husadel, der im Jahre 1935 mit der Reformierung der Luftwaffenmusik beauftragt wurde und in diesem Zusammenhang erstmalig Saxophone besetzte. Allgemeine Verbreitung fand die Saxophon-Familie im Blasorchester hierzulande jedoch erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und speziell im Musik Verein von Calcar gar erst in den 1980er-Jahren. Als regionale Variante gibt es auch heute noch Blasorchester ohne Saxophone, beispielsweise das professionelle Rundfunk-Blasorchester Leipzig. Durch die zunehmende Internationalisierung, die sich auch in der Blasorchesterliteratur wiederspiegelt, kommen ab den 1980er Jahren zunehmend Einflüsse der US-amerikanischen Blasmusik zu uns. Beispielhaft seien hier die Werke von Alfred Reed genannt. Dies führte zu einer Ausbreitung der Holzblasinstrumente (z.B. Oboe, Fagott, Saxophone, Baßklarinette) und des Schlagzeugs (z.B. Mallet-Instrumente). 

Was ist ein Blasorchester?

Das Blasorchester stellt im Vergleich zu dem vom Streicherklang geprägten Sinfonieorchester, bestehend aus Streichern, Bläsern und Schlagzeugern, eine bewußte Reduzierung des Klangkörpers dar. Andere Beispiele für eine derartige Beschränkung sind das Streichorchester oder die Bigband. Auch im Fall des Blasorchesters gehen damit jedoch nicht nur unbestreitbare Einschränkungen der klanglichen Möglichkeiten einher. Verlässt man den Konzertsaal für eine Aufführungen unter freiem Himmel, so erweist sich die Bläserbesetzung durchaus als Vorteil. Besonders Musikstücke mit hymnischem Charakter kommen der Bläserbesetzung entgegen. Darüber hinaus ermöglicht das Blasorchester "Musik in Bewegung", beispielsweise die Begleitung von Prozessionen oder Marschmusik. Dies mögen Gründe dafür sein, dass Bläserbestzungen gerade in der Militärmusik mindestes seit dem 17. Jahrhundert weite Verbreitung finden. Der Begriff "Militärmusik" war ein Synonym für Blasmusik. So schrieb der englische Komponist Gustav Holst seine wegweisenden Blasorchesterwerke "First Suite in Es" (1909) und "Second Suite in F" (1911) "For Military Band", also für "Militärkapelle".

In Deutschland wird der Begriff "Blasorchester" oft gleichgesetzt mit einem Orchester in sogenannter Harmoniebesetzung, d.h. mit Holzbläsern, Blechbläsern und Schlagzeug. Dies ist jedoch eine Vereinfachung, denn international unterscheidet man heute drei Grundformen des Blasorchesters: Die Brass Band, das Fanfarenorchester und das Harmonieorchester (Blasorchester in Harmoniebesetzung, englisch auch Concert Band). Die einfachste Form ist die Brassband, die aus Blechblasinstrumenten und Schlagzeug besteht. Sie entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. ahrhunderts in England, als die mittlerweile ventilbestückten Blechblasinstrumente die Holzbläser vollständig verdrängten. Der englische Begriff "Brass Band" ("Blechkapelle") hat sich auch bei uns eingebürgert. Typisch für die Brass Band sind die chorisch besetzten Kornetts sowie die Hörner (in Es) in senkrechter Bauform (Saxhörner). Trotz zunehmender Verbreitung sind Brassbands in Deutschland recht selten. Praktisch unbekannt ist bei uns das Fanfarenorchester, dass sich jedoch beispielsweise in den Benelux-Ländern großer Beliebtheit erfreut. Fanfarenorchester bestehen aus Blechblasinstrumenten, Saxophonen und Schlagzeug. Typisch sind die chorisch besetzten Flügelhörner und ein einfach besetztes Sopransaxophon. Das Harmonieorchester schließlich ist die komplexeste Form des Blasorchesters und bietet die vielfältigesten Klangmöglichkeiten. Es schöpft dazu die gesamte oben aufgelistete Instrumentenpalette voll aus. Hinzu kommen bei Bedarf Instrumente wie Piccolo-Flöte, Es-Klarinette, Alt-Klarinette, Bassklarinette, Englischhorn, Kontrafagott, Kontrabass (dem einzigen Streichinstrument im Blasorchester), Harfe und ein ausgebreitetes Schlagzeug. Man verwendet in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnung "Sinfonisches Blasorchester"(international auch "Symphonic Band"). Bei Musikstücken, die von der Rock- und Popmusik geprägt sind, wird das Blasorchester heute zudem durch Instrumente wie E-Bass, E-Gitarre und Keyboard ergänzt.

Zwar gibt es auch viele professionelle Blasorchester (z.B. Militär- und Polizeiorchester), jedoch sind die allermeisten Blasorchester Amateurorchester, d.h. Orchester, die wie der Musik Verein von Calcar in Form eins Vereins organisiert sind und in denen musikliebende Laien ihr Hobby ausüben.